Wenn etwas schief geht dann aber richtig! Meiner Betreuerin habe ich bereits am Freitag gemeldet, das ich am Montag erst später zur Besprechung komme um meinem Gast noch zum Bahnhof zu bringen. Also sind wir ohne Bedenken zum Bahnhof und haben uns Verabschiedet, es dauerte etwas länger aber gegen 10 Uhr war ich dann in der Firma.
Mit ganz entsetzten Augen wurde ich angesehen und die erste Frage lautete ob mir etwas zugestoßen sei. Ich war etwas verwundert aber mir wurde schnell alles klar! Meine Betreuerin ist ja am Sonntag für zwei Wochen ins Kinderlager gefahren und somit war Sie nicht hier um zu melden das ich später komme. Die Ironie des Schicksal wollte es auch, das mein Arbeitskollege auch nicht hier war und Sie sich deshalb über uns sorgen machten.
Während ich mein Essen auslieferte klingelte mein Telefon, meine Betreuerin. Ganz verzweifelt klang sie am Hörer, hatten wir doch beim Einpacken am Sonntag irgendwo das Besteck verloren und ist nicht mit ins Lager. Ein paar weitere Kleinigkeiten haben noch gefehlt. “Was machen wir jetzt!” fragte Sie leicht vorwurfsvoll, als ob ich etwas dafür könnte. Aber dem Francesco wird schon was einfallen, ich gab ihr zur Antwort Sie in 20 min zurück zu rufen. Nach ein paar Telefonaten mit meinen Klienten habe ich meine eigentliche Arbeit auf die anderen Tage verteil, könnte etwas stressig werden aber gut. Also gab ich meiner Betreuerin bekannt das ich heute noch mit den Sachen im Lager vorbeikommen werde, zuvor aber noch in die Werkstatt fahre um mein Licht zu reparieren.
Nach dem Essen hieß es jetzt ab nachHause, das Auto holen zurück ins Büro und beladen und zur Werkstatt. Nach einer 20 min Tour durch die Verkaufshallen bei Mercedes hatte ich endlich jemanden gefunden der meinen Auftrag entgegennahm und sich um mein Licht beim Auto kümmerte. Eine volle Stunde habe dafür verloren und bin erst gegen 16 Uhr ausPrag heraus gekommen um nach Chrenovice, dem Kinderlager zu fahren. Nach ca 1 1/4 Stunden kam ich an meinem Bestimmungsort an, am Arsch vom Tschechien. Hier gab es nichts, aber doch noch soviel um sogar einen Bahnhof anzulegen, wo 5 mal tgl. ein Zug vorbei kommt. Als ich in die Einfahrt zum Camp einbog liefen mir eine Scharr von Kindern entgegen, was unweigerlich zu einer abrupten Vollbremsung führte und den Autoinhalt etwas verteilte. Jeder wollte nur in mein Auto, anscheinend wussten Sie das ich mit ein paar guten Sachen kam, den unter den vergessenen Dingen befanden sich auch viele Dinge für die Kinder. Nach dem Ausladen wurden mir sofort ein wunderbar mit Liebe zubereitetes Abendessen serviert, wo sich Kinder um meinen Tisch versammelten und mir ganz genau beim Essen zusahen. Als endlich ein Pfiff aus dem hinteren Bereich des Areals ertönte, welcher die Kinder auffordern sollte zu kommen, konnte ich mein Essen zu Ende genießen ohne bis ins kleinste Detail überwacht zu werden. Den Kindern waren meine Haare nicht ganz so geheuer und auch meine Größe, zum anderen war ich jetzt auch der erste erwachsene Mann im Camp. Wir beschäftigten uns noch eine Zeit mit verschiedenen Namensspielen um alle kennen zu lernen, bevor ich meine Rückreise in die Stadt antrat, um gegen 21 Uhr bei meinem Kollegen zum Grillfest zu erscheine. Noch bis in die frühe Nacht wurde gegrillt und gefeiert, somit ich am nächsten Tag leichte Augenringe aufwies.
Der Dienstag war etwas stressiger hatte ich mir meine Klientin von Montag zwischen meine beiden Dienstag Klienten gepresst, was mich etwas in Zeitnöte brachte. Heute musste ich ohne Pause auskommen! Die einzige Komplikation bestand nur darin mit einer Klientin auch auf den Friedhof zu fahren, was meistens sehr anstrengenden ist und auch etwas Zeitaufwendig ist. Trotzdem schaffte ich alles und war gegen 20 Uhr zu Hause um mich für den nächsten Abend, mit einer kleinen Hausparty bei Tobias, vorzubereiten. Diese Woche musste ich mit wenig Schlaf auskommen, war es doch die letzte mit Tobi.
Mittwoch musste ich erst gegen 11 Uhr zur Arbeit was mir wenigsten 2 Stunden mehr einbrachte, doch sollte der Start in die Arbeit nicht ganz funktionieren. Als ich mich in der Früh auf den Weg ins Bad machte verspürte ich beim gehen immer einen kleinen Stich in der Kleinzehe, konnte aber beim ersten Blick nichts besonderes erkennen. Erst im Bad wurde der Fuß genau Untersucht, die kleine Zehe war nur doppelt so dick als normal und hatte eine dunkelrot-bläuliche Farbe und schmerzte höllisch bei jedem Versuch die Zehe zu bewegen. Die Gedanken wurden durchforstet was gestern passiert ist als mir plötzlich ein Lichtblitz aufging und ich mich erinnerte den Fuß gestossen zu haben. Verdammt der sieht gebrochen aus!
So wie ich es gelernt habe wurde die Kleinzehe mit Leukoplast an die Nachbarzehe mit einem “Dachziegelverband” fixiert. Mit leichten hinkenden Gang erreichte ich die Firma und musste ein kleines Problem beklagen. Alle sagten mir der ist definitiv gebrochen, ich muss sofort auf die Klinik zum Röntgen. Nach kurzen Telefonaten wurde eine naheliegende Klinik informiert und auf meine Ankunft vorbereitet. So kam es auch das ich sofort Untersucht wurde und ein Röntgen durchgeführt wurde. In der Zwischenzeit habe ich meinen Kollegen informiert, das er wahrscheinlich meine Essensauslieferung besorgen muss. Nach dem Röntgen zurück in die Ambulanz, der schöne Verband wurde gelöst und mit guten Glück erklärte mir die Ärztin es sei nicht gebrochen nur geprellt, Therapie gleich wie wenn er gebrochen wäre, Schmerzen für ca. 3 Wochen! DANKE! Also wieder zurück in die Firma, allen von der guten Nachricht berichten und mal etwas Essen. Nach dem Mittagessen hätte ich eine Pause gehabt, doch irgendwie kam es, dass mein Kollege nicht auftauchte und somit meine Essen noch nicht ausgeliefert wurden. Deshalb beschloss ich trotz schmerzender Zehe an die Arbeit zu gehen. Nachmittags noch 2 Klienten betreut und gegen 21 Uhr zu Hause angekommen. Das gute war es ist Mittwoch mein freier Abend, deshalb wurde die Zehe hochgelagert und der Schmerz mit Schnaps abgetötet
Ein weiteres Problem stand mir noch bevor, sollte ich am Donnerstag mit einem Klienten gemeinsam ins Kinderlager fahren um dort etwas mit den Kindern zu unternehmen. Die Wetterprognose stand auf Regen, geschlossene Schuhe waren mit dieser Zehe ausgeschlossen. Naja abwarten auf den nächsten Tag. Bereits um halb 7 läutete mein Wecker, unmenschlich diese Zeit
– aber alles ärgern und jammern hilft nichts ich muss raus. Schnell unter die Dusche die Zehe versorgt und mit den Crocs losgestartet. Als Reserve hatte ich noch meine Wanderschuhe mit, die etwas breiter geschnitten sind. Vor der Haustür noch blauer Himmel hatte ich in der Stadt schon leichten Regen, meinen Klienten abgeholt und raus aufs Land. Der Regen wurde immer Schlimmer, dass es mein Scheibenwischer bei voller Leistung auf der Autobahn fast nicht geschafft hätte. Um halb 10 Uhr endlich im Camp hat der Regen auch nachgelassen, aber fürs erste hieß es nur im Camp mit den Kindern zu spielen und eine kleine Wanderung erst zu wagen, wenn es sich bessern würde. Leider wurde es aber immer schlimmer als besser! Jeder der Kinder hat weiß auch das sie liebend gerne in Pfützen springen, also wurden alle mit Gummistiefel und Regenmantel ausgestattet um zumindest eine kleine Wanderung zu machen. Für uns als Erwachsene war der Regen von oben kein Problem doch der von unten war nicht abzuwehren, links und rechts ein Kind an der Hand, welche jede erdenkliche Pfütze aufsuchten und mit breiten Lachen hineinsprangen. Aber was macht man nicht alles um mit den Kinder etwas Spaß zu haben. Fast bis auf die Unterhose durchnässt, mit trockenen Oberkörper, kamen wir wieder im Lager an und wurden mit einem Mittagessen verwöhnt. Nach dem Essen stand ein Mittagsschlaf an, fast alle Kinder legten sich etwas hin um sich neue Kräfte für den Nachmittag zu sammeln. Doch mein Klient war auch schon müde und so fuhren wir schon früher zurück nach Prag, was ich dazu nutze um den Nachmittag mit Wäschewaschen zu verbringen und mich etwas für den Abend auszurasten. Heute stand nur ein gemütliches Zusammensitzen am Programm wo wir ausführlich diskutierten und ein paar Bier leerten.
Schon war es Freitag, der Tag sollte ja nicht so stressig werden. 09 Uhr Supervision, 10 Uhr Officearbeiten, 11 Uhr Essenausliefern, 12 Uhr Mittagspause, 13 Uhr Klientin 1, 14 Uhr Klientin 2 und 16 Uhr Klientin 3. Hört sich ja nicht so schlecht an
. Aber heute stand ein neuer Programmpunkt am Plan, Klientin 3 habe ich von Tobias übernommen und wurde heute zum ersten mal besucht, zum Glück gemeinsam mit Tobias. Als Aufgabe galt es mit einem Hund für 1-2 Stunden spazieren zu gehen, kann ja nicht so schwer werden. Doch dieser Hund ist nicht normal ein Tier so groß das er mir bis zur Hüfte reicht und dazu noch Alphamännchen. 2 Sturrköpfte wie soll das gut gehen? Die Klientin wohnt ziemlich weit ausserhalb von der Stadt und in der Nähe gibt es eine sehr schöne Grünanlage mit Wald, Deich und vielen Spaziermöglichkeiten. Tobias führte mich und Hund durch die Anlage und verschiedene Wege, meinte aber ich muss mir dann selbst meinen Weg suchen, sollte ich nicht zurück finden, einfach dem Hund das Kommando geben und er führt mich
Na toll, aber egal irgendwie hat der Hund sich sofort in mich verliebt! Er folgte an der Leine und auch wenn ich Pfiff blieb er stehen und wartete auf mich, wobei ich ihn nicht von der Leine ließ, da mir Tobias davon abgeraten hat. Der Hund würde nicht gut auf andere reagieren und ihm ist das zu gefährlich. Die Runde wurde abgeschlossen und es hieß zurück nach Hause um alles, wie immer, für den Abend herzurichten
Am Samstag nutze ich den Tag um wieder etwas zu saugen und die Küche zu putzen, des weiteren ging ich noch Einkaufen um einen Kuchen für Tobias-Abschiedsfeier zuzubereiten. Mit viel Schlag und Biskotten bewaffnet ging es dran eine Malakoff Torte zuzubereiten, ich liebe Sie! Schon war es auch wieder Abend, hatte ich ja den Vormittag verschlafen. Die große Party stand am Programm, mit Torte, Alkohol und guter Laune ging es auf! Ausser ein paar Brösel und Kopfschmerzen blieb nichts am nächsten Tag übrig, eindeutig zu viel Alkohol
Erst gegen 7 Uhr zuhause gewesen ging es ins Bett und um 12 Uhr schon wieder raus? Ja genau, ich habe mir für dieses Wochenende eine Klienten eingeteilt um mit meiner Arbeit etwas weiter zu kommen.
Ein kleines Projekt, welches ich vorbereite, handelt um eine meiner Klientinnen. Ihr wird eine Wienreise von der Österreichischen Botschaft organisiert oder eher Sie wurde eingeladen und ich organisiere
. Ein Teil davon ist es ein Zeitzeugengespräch in einer Schule abzuhalten und hier ihren Film zu zeigen, der aber leider nur auf Tschechisch ist und ich mich mit ihr daran mache ihn zu übersetzen. Sie spricht ja fließend Deutsch und daher war es nicht so schwer, doch benötigten wir 5 Stunden für 30min Übersetzen. Zu diesem Projekt werdet ihr in meinen weiteren Blogs noch lesen.
Ich glaube dieses mal zu viel geschrieben zu haben, aber es ist auch meine Lust am schreiben zurück gekommen!
Wünsche euch allen alles Gute und freue mich ein paar von euch zu sehen!
(mehr im nächsten Blog
)